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Am 20.06.05 haben wir von "Dolphin-aid" und in Einverständnis mit der Familie Kümmeler, die Patenschaft für Anna übertragen bekommen. Anna ist ein fröhliches Mädchen von 10 Jahren. Als wir jedoch ihre Krankengeschichte hörten, waren wir sehr tief berührt. Lesen Sie hier die Geschichte von Anna, die Ihre Mutter uns geschickt hat. Anna Kümmeler geb. 16.10.1994 Moritz Kümmeler geb. 13.11.1991 Sabine Kümmeler geb. 17.04.1962
Anna Die Geburt meiner Tochter Anna ist ohne Probleme verlaufen. 24 Stunden vor der Geburt war ich auf Anraten meiner Hebamme im Krankenhaus vorstellig geworden, da ich das Gefühl hatte, dass das Kind zu tief lag. Im Krankenhaus wurde ich nach Hause geschickt, ohne das nach dem Kind geschaut wurde.
Anna wurde am 16.10.1994 laut ärztlichen Befund als gesundes Kind geboren. Ihr Kopf war stark deformiert, was sich erst nach 6 Wochen regulierte. Im Alter von sechs Monaten wurde bei einer Routinevorsorgeuntersuchung (U 3) Krankengymnastik nach Voita verordnet, da Anna sich nicht altersadäquat bewegte. Meine Tochter war zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, ihren Kopf zu halten oder altersgerechte Bewegungen auszuführen.
An diesem Zustand änderte sich trotz regelmäßiger Krankengymnastik bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres nichts. An diesem Punkt entschloss ich mich, Anna der Johanniter-Kinderklinik in St. Augustin vorzustellen. Anna wurde knapp zwei Wochen lang untersucht. Der Befund lautete: Psychomotorische Retardierung unklarer Genese. Zur weiteren Abklärung habe ich Anna dann noch in dem Zentrum für Frühbehandlung und Frühförderung e. V. in Köln vorgestellt. Die Diagnose lautete u.a. Syndromhaftes Erscheinungsbild mit verschiedenen Dysplasien, hypoton - ataktische Bewegungsstörung, psychomentale Entwicklungsbehinderung, unklare Genese. Von einer Behinderung war bis zu diesem Zeitpunkt nie die Rede gewesen.
Für mich bedeutet diese Diagnose - körperbehindert und von Mehrfachbehinderung bedroht; der Grund blieb bis heute unklar. Um so härter traf mich dann die genannte Diagnose. Besonders schwierig fand ich die Unklarheit für die Zukunft. U.a. führte die unklare Diagnose dazu, dass die Ehe scheiterte. Im Oktober 1997 erfolgte die Trennung, seitdem lebe ich alleine mit zwei Kindern. Weiterhin nutzte ich alle Therapiemöglichkeiten mit Anna (Krankengymnastik, therapeutisches Reiten seit ihrem zweiten Lebensjahr, Heileurhythmie).
Anna besuchte im Alter von 3-6 Jahren einen integrativen Waldorf -Kindergarten, wo sie einen B-Platz belegte. Entgegen der Aussagen der Ärzte stabilisierte sich Anna, d.h. sie konnte mit drei Jahren sitzen und mit ca. 4,5 Jahren, unsicher wie ein Roboter, erste Schritte an der Hand laufen.
Im Winter 2000 wurde ein Sonderschulverfahren eingeleitetet. Zur Debatte stand die Maria-Montessori- Schule (für geistig und mehrfachbehinderte Kinder) und die Johannisschule (Waldorfschule für geistig-, lernbehinderte und erziehungsschwierige Kinder). Da die Maria-Montessori-Schule mit nur 6 Kindern und zwei Lehrern pro Klasse insbesondere am "Selbstständigwerden" der Kinder in lebenspraktischen Bereichen arbeitet, entschloss ich mich nach Beratung mit dem Kindergarten, Anna dort einzuschulen: Im Sommer 2001 wurde Anna in die Maria-Montessori-Schule eingeschult.
Anna fühlt sich in der Schule wohl, kommt mit der kleineren Gruppe viel besser zurecht und wird, wie ich finde, dort optimal gefördert. Nachdem Anna die in Deutschland angebotenen Therapiemöglichkeiten genutzt hat und damit nur sehr langsam Fortschritte machte, bin ich durch eine TV-Reportage auf Prof. Dr. med. Kozijavkin aufmerksam geworden. Mittlerweile hat Anna vier mal - gemeinsam mit mir - an einer Manual-Therapie in der Ukraine teil genommen. Durch die Behandlung von Prof. Dr. med. Kozijavkin hat sich Annas körperlicher Zustand erheblich verbessert. Außerdem hatte Anna zwischenzeitlich zwei mal die Möglichkeit, an einem Delphin-Schwimmen in der Ukraine teilzunehmen. Sie kann seitdem - frei laufen (das Gangbild ist erheblich verbessert); - hüpfen (vor der Behandlung konnte sie ihre Beine aufgrund der Spastik nicht beugen); - Fahrrad fahren auf einem behindertengerechten Rad; - ihre Hand öffnen und alleine aus einem Glas trinken.
Anna - zeigt weniger Eigenaggression (Beißen in ihre Hand); - nimmt ihre Umwelt stärker wahr und reagiert schneller; - überwindet kleine Hindernisse ohne hinzufallen - durch verbessertes Gleichgewicht; - ist insgesamt sie wesentlich mobiler und aufmerksamer geworden.
Annas Mobilität verbesserte sich merklich und spürbar gleich vor Ort. Nach Einschätzung des hier behandelnden Facharztes ist Annas Spastik deutlich zurück gegangen. Die Delphine haben es geschafft, dass Anna im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine Kommunikation aufnehmen kann: Ansätze von einer Artikulation sind erkennbar, Gefühlsäußerungen möglich. Anna kann jetzt richtig lachen! Es gelingt ihr zudem, auch andere Gefühle zu zeigen; ihre Umwelt wird viel intensiver von ihr wahrgenommen. Anna reagiert auf Ansprache und setzt kleinere Aufträge um. Ihre Lehrerin ist der Meinung, dass Anna ausgeglichener ist und aufgrund dessen konzentrierter arbeiten und lernen kann. Alles in allem sind nach jedem Aufenthalt in der Ukraine erhebliche Fortschritte, insbesondere bezüglich Annas Behinderung, erkennbar.
Es sind die "kleinen Dinge" (gemessen an gesunden Kindern), die ein behindertes Kind lernt, die die Pflege und das Zusammenleben mit Anna erleichtern.
Ich bin sicher, dass Anna noch lange nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen ist. Wir hoffen daher, dass wir auch in Zukunft die Delphin-Therapie fortsetzen können.
Die anderen Familienmitglieder: Moritz:
Moritz wird im November 14 Jahre alt. Er besucht die Klasse 7 der Gesamtschule. Er ist ein lebhaftes interessiertes Kind, das Tiere sehr liebt. Im dritten Schuljahr hatte er Probleme mit der Rechtschreibung. Zudem wurde er als zu unkonzentriert und unruhig von den Lehren erlebt. Da ich alleine unsicher war, ging ich mit ihm zu einer Beratungsstelle, wo er getestet wurde. Bei diesem Test stellte sich heraus, dass er überdurchschnittlich begabt, jedoch emotional zu sehr belastet sei. Zudem stelle er zu hohe Erwartungen an sich selbst und wenn er merke, dass er seine Erwartungen nicht erfüllen könne, nehme eine Verweigerungshaltung ein.
Moritz ist sehr verantwortungsvoll Anna gegenüber und selbstbewusst genug, um zu seiner behinderten Schwester stehen zu können. Was in unserer Gesellschaft nicht immer leicht ist. Sicherlich entstand sein schulisches Problem auch deshalb, weil für ihn manchmal nur wenig Zeit übrig bleibt. Aufgrund dessen nahm ich mir mehr Zeit für ihn, um mit ihm täglich für die Schule zu üben bzw. mit ihm etwas zu unternehmen.
Seit einiger Zeit geht Moritz wöchentlich reiten. Er wollte auch gerne zu einer Therapie gehen, die "teuer" ist, hat er gesagt. Vermutlich wollte er eine Gleichstellung zu Anna erreichen. Durch den Reitunterricht und den Umgang mit den Pferden lernte er seine Energie dosierter einzusetzen. Zu Delphinen zu fahren, ist der große Traum von meinem Sohn, da Delphine und Wale seine Lieblingstiere sind.
Sabine:
Ich bin im April 43 Jahre alt geworden. Seit 1985 bin ich als Dipl.Soz.päd. bei der Stadt Köln beschäftigt. Die ersten beiden Jahre habe ich in einem Kinderhort in einer Obdachlosensiedlung mit Schulkindern gearbeitet. Mit diesen Kindern haben wir einen Kinderzirkus gegründet und hatten mehrere erfolgreiche Auftritte.
Von 1987 bis 1997 leitete ich ein Kinder- und Jugendzentrum in einem sozialen Brennpunkt in Köln. Zudem absolvierte ich von 1987 bis 1990 neben meiner Berufstätigkeit eine Fortbildung zur Systemischen Familientherapeutin. Seit dem 01.09.1997 arbeite ich im allgemeinen sozialen Dienst des Jugendamtes. Etwa zeitgleich erfolgte die Trennung von meinem Mann.
Seit der Trennung hatte der Vater bis vor rund vier Jahren regelmäßige Kontakte zu beiden Kindern, wobei die Kontakte nur etwa ein Jahr kontinuierlich und zu verlässlich 14 tägig wahrgenommen wurden. Seit Sommer 2001 lebt er in der Nähe von Hannover, sodass nur noch selten in den Ferien Kontakte stattfinden. Von meinem geschiedenen Mann erhalten die Kinder und ich keinen Unterhalt.
Seit 1998, zur Einschulung von meinem Sohn, habe ich meine Arbeitszeit auf 28 Std. pro Woche reduziert. Im Mai 2000 sind wir zu meinen Eltern ins Haus gezogen, da es mit zwei Schulkindern und insbesondere einem behinderten Kind anders nicht zu organisieren ist.
Im Sommer 2003 habe ich meinen jetzigen Mann, Rainer Volkmer, kennen gelernt; seit Januar diesen Jahres leben wir alle zusammen. Seither ist alles etwas leichter für mich, da er mich in allen Belangen unterstützt.
Eine Delphintherapie halte ich für anstrebenswert, da ich mir für alle Familienmitglieder eine Verbesserung erhoffe. Meine persönliche Einschätzung als Mutter ist, dass bei Anna die alternativen Förderungen , wie z.B. therapeutisches Reiten, Vollwert Essen, homöopathische Medizin etc., erheblich zur Verbesserung ihrer gesamten Situation beigetragen haben.
Annas körperliche Entwicklung konnte durch die Therapien soweit verbessert werden, dass sie sich selbstständig bewegen kann. Im kognitiven Bereich wurde Ihre Wahrnehmung verbessert. Leider spricht Sie nur Worte wie z.B. Mama, Oma - im Ansatz auch Opa. Ansonsten spricht sie nicht. Aus diesem Grund erhoffe ich mir durch eine Delphin Therapie evtl. auch und insbesondere Fortschritte im sprachlichen Bereich. Soweit zu uns, sollten sie noch weitere Fragen haben stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Kümmeler
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